Liebe Gemeinde,
liebe Gäste unserer Gemeinde,

was macht Gemeinde, Gemeinschaft aus? Über diese Frage denke ich oft nach. Es ist wie im persönlichen Leben. Es gibt eine Voraussetzungsfrage: „Was ist die Mitte deines Lebens?“ und damit auch „Was ist die Mitte von Gemeinschaft, Gemeinde?“

Es gibt sicher viele Antworten. Frage und Antworten müssenpräzisiert werden. Woraus, von welcher Mitte her lebst Du, gestaltest Du, gibt Du deinem Leben Sinn? Ich glaube, dass unsere große Gemeinde immer mehr von einer Mitte her geistlich und geistig wächst und am Wachsen ist. Die Mitte ist ein Gott der Beziehung, der vor allem Sonntag für Sonntag einlädt mit IHM in Beziehung zu treten und aus dieser Beziehung den persönlichen Alltag und Gemeindeleben in all’ seinen Facetten zu gestalten. Ich bin immer wieder tief berührt von den vielen Menschen, vor allem auch Familien mit Kindern, die Sonntag für Sonntag zur Eucharistiefeier kommen und sich damit von dem „Ich glaube an Dich, Gott“ zu dem „Ich glaube Dir Gott“ bewegen lassen. Dort, wo sich Aktionen unserer Gemeinde nicht von dieser Mitte speisen lassen, werden sie zu Aktivismus bzw. Aktionismus. Gott sei Dank gibt es wenig davon. Dafür bin ich von Herzen dankbar.

Unser Halbjahresplan will Inspiration aus dieser Mitte zeigen. Indem ich von Gott wissen und lernen will – auch mit meinem Verstand – bewahrheitet sich das Wort aus dem Johannes-Evangelium: „Allen, die ihn aufnehmen, gibt er die Macht, Kinder Gottes zu werden.“

Augen sehen auf einmal anders, Ohren hören anders. Glaube wird habituell. Menschen lernen von der Mitte –von Gott her- ihr Leben zu deuten in Reflexion, in Meditation, in Kontemplation.

Unsere Gemeinde ist in großen Teilen auf diesem Weg. Nochmals: Dafür bin ich von Herzen dankbar.

Ihr
Johannes Peter Paul