Namenspatron

DAS LEBEN UND WIRKEN DES BONIFATIUS

Leben und Wirken (Text aus Wikipedia)

Wynfreth wurde um 673, spätestens 675 in einer vornehmen Familie in Crediton im damaligen Kleinkönigtum Wessex im Südwesten Englands geboren[1] und in den Benediktinerklöstern Exeter (altenglisch Aet Exanceastre) und Nursling (Nhutscelle) bei Southampton erzogen. In letzterem wurde er im Alter von etwa 30 Jahren zum Priester geweiht. Wynfreth betätigte sich als Lehrer für Grammatik und Dichtung, bis er seine Missionstätigkeit im östlichen Teil des Frankenreichs und dessen Randgebieten aufnahm. Zu diesem Zeitpunkt war er bereits als Gelehrter bekannt, unter anderem als Verfasser einer neuen lateinischen Grammatik.
716 unternahm Wynfreth eine erste Missionsreise zu den Friesen. Diese scheiterte jedoch an dem Friesenherzog Radbod, einem Heiden und Gegner der Franken, der gerade das südwestliche Friesland von diesen zurückerobert hatte. So kehrte Wynfreth noch im Herbst 716 nach Nursling zurück, wo er im darauf folgenden Jahr zum Abt gewählt wurde. Inwieweit er zu dieser Zeit in Kontakt mit Willibrord stand, einem ebenfalls angelsächsischen Missionar in Friesland, ist nicht genau bekannt. Willibrord hatte bereits 695 mit der Missionierung der Friesen begonnen, musste nun jedoch erleben, wie sein Werk durch Radbods Erfolge zusammenbrach. Aus diesen Erfahrungen zog Bonifatius später die Konsequenz für sein weiteres Missionswerk, indem er die enge Rückbindung an die geistliche Gewalt des Papstes und die weltliche Macht der fränkischen Hausmeier suchte.
718 gab Wynfreth seine Position als Abt auf und verließ England für immer, um zunächst eine Pilgerfahrt nach Rom zu unternehmen. Dort erhielt er von Papst Gregor II. am 15. Mai 719 den Auftrag, den „ungläubigen Völkern das Geheimnis des Glaubens bekannt zu machen“[5]. Unter dem ihm vom Papst verliehenen Namen Bonifatius begann er seine Mission erneut bei den Friesen, diesmal in Zusammenarbeit mit Willibrord. Obwohl die äußeren Voraussetzungen diesmal ungleich günstiger waren als bei Bonifatius’ erster Missionsreise – Radbod war inzwischen gestorben –, gab es anscheinend erhebliche Spannungen zwischen den beiden Missionaren, und so trennten sie sich 721. Danach zog Bonifatius über zwölf Jahre lang durch Gebiete im heutigen Hessen, Thüringen und Bayern.
Die Missionsreisen des Bonifatius darf man sich als Expeditionen vorstellen, auf die er sich mit Kriegern, Handwerkern und größerem Gefolge begab, um Niederlassungen und Klöster zu gründen. Sein Missionswunsch traf sich mit den Interessen des fränkischen Hausmeiers Karl Martell, der (wie auch seine Nachfolger) im Christentum und in einer straff organisierten Reichskirche eine Klammer sah, die den Zusammenhalt seines Reichs fördern konnte. So stellte er Bonifatius nach seiner zweiten Romreise 723 einen Schutzbrief aus, mit dem dieser in sein Missionsgebiet zurückkehrte.

Lebenslauf St Bonifatius

672/673

Geburt Wynfreths, wahrscheinlich in Crediton (Angelsachsen).

716

Erste (vergebliche) Missionsreise zu den Friesen.

719

erhält Wynfreth in Rom von Papst Gregor II. eine Missionsvollmacht für Germanien und seinen neuen Namen Bonifatius. Er reist durch Friesland, Thüringen, Hessen und Bayern und predigt.

721

Missionsarbeit in Hessen, Errichtung eines Klosters in Amöneburg.

722

weiht Papst Gregor II. Bonifatius in Rom zum Missionsbischof ohne festen Bischofssitz.

723

fällt Bonifatius die dem Donar geweihte Donareiche bei Geismar (Fritzlar).

724

gründet Bonifatius Kirche und Kloster St. Peter in Fritzlar und setzt Wigbert zum Abt ein.

725

gründet Bonifatius in Ohrdruf ein Kloster und baut die erste Kirche St. Michaelis. Er bestellt Wigbert auch als Abt in Ohrdruf. Damit wird Ohrdruf wie auch Amöneburg und Fritzlar ein Stützpunkt für die Missionsarbeit in Thüringen und Hessen.

732

wird Bonifatius von Gregor III. zum Erzbischof des östlichen Frankenreichs ernannt.

737/738

Beim Rombesuch wird Bonifatius zum päpstlichen Legaten (vgl. Nuntius) für das gesamte Frankenreich ernannt.

739

Angebliche Neuorganisation der Bistümer Regensburg, Freising, Passau und Salzburg. Es gibt übrigens keine einzige bayerische Quelle aus dem 8. Jahrhundert die Bonifatius auch nur mit einem Wort erwähnt.

742

werden Würzburg und Eichstätt von Bonifatius als Bischofssitze eingerichtet. Burkard wird in Würzburg, Witta in Büraburg durch Bonifatius zum Bischof eingesetzt. Burkard und Witta waren schon Bischöfe, als Willibald am 21. Oktober 741 in Sulzenbrücken von Bonifatius zum Bischof geweiht wurde. Bonifatius bemüht sich, gemeinsam mit dem Karolinger Karlmann, um eine Neuordnung der fränkischen Kirche.

742

Gründung des Bistums Erfurt durch Bonifatius, er wandte sich mit der Bitte um Bestätigung von „Erphesfurt“ an Papst Zacharias.

743

Inthronisierung zum Bischof von Mainz

744

wird das Kloster Fulda im Auftrag des Bonifatius von seinem Schüler Sturmius, einem Benediktinermönch, gegründet.

746

Bonifatius wollte Bischof von Köln werden, Gegner vereitelten seinen Plan. Bonifatius wird Bischof mit Sitz in Mainz. Den Erzbischofstitel trägt er nur als Titel ad personam, da Mainz erst 781/82 Erzbistum wird.

747

Burkard, nicht Bonifatius, übergibt am 1. Mai die Oboedienzerklärung von den Bischöfen dem Papst in Rom.

748

Pippin III. beruft ein Konzil ein. Die Ergebnisse wurden direkt mit dem Papst abgestimmt, Bonifatius wurde nicht eingeladen und beiseitegeschoben. Seine Bitte um altersbedingten Rücktritt vom Mainzer Stuhl unter Beibehaltung des Legatenamts wird vom Papst Zacharias als unkanonisch abgelehnt, dafür aber die Weihe eines Chorbischofs gestattet.

751

wird Pippin der Jüngere auf der Reichsversammlung zu Soissons angeblich von Bonifatius gesalbt. Die Forschung ist sich weitgehend einig, dass diese Angabe unzutreffend ist, da Bonifatius zu diesem Zeitpunkt bereits jeglichen Einfluss beim fränkischen Hof verloren hatte. Zudem beruht diese Überlieferung auf späteren Quellen, die zur Zeit Karls des Großen erstellt wurden. Im selben Jahr erwirkt Bonifatius durch seinen Gesandten Lul vom Papst das Zachariasprivileg für Fulda, durch welches die Unabhängigkeit des als Grablege ausersehenen Klosters vor unerbetenen Eingriffen kirchlicher Amtsträger gesichert wird.

752

Weihe Luls zum Chorbischof und damit präsumptiven Nachfolger als Mainzer Diözesanbischof.

753

Bestätigung Luls als designierter Nachfolger auf dem Mainzer Stuhl durch Pippin. Bonifatius sichert das noch von Karlmann seiner Aufsicht unterstellte verwaiste Missionsbistum Utrecht für die angelsächsische Mission vor dem Übernahmeversuch des Kölner Erzbischofs Hildegar, der es als Suffraganbistum beansprucht, und wird von Pippin in seiner Position bestätigt. Er kehrt nach Mainz zurück, um seine Abreise ins friesische Missionsgebiet vorzubereiten.

754

6. Jan. – Pippin empfängt Papst Stephan II. am Ephiphaniastag in der der Pfalz in Ponthion.

754

Feb./März – Megingaud wird von Bonifatius zum Bischof von Würzburg (754–769) geweiht.

754

Im Frühjahr geht Bonifatius nach Friesland. Im Sommer wird er Bischof von Utrecht.

754/755

Am 5. Juni 754 bzw. 755 wird Bonifatius gemeinsam mit mehr als 50 Begleitern, darunter der möglicherweise kurz zuvor zum Bischof von Utrecht geweihte Eoban, von heidnischen Friesen bei Dokkum in Friesland erschlagen, als er ein Tauffest abhalten will.